Großer Schneckenspinner (Apoda limacodes)

Die Raupen vom Großen Schneckenspinner haben keine Bauchbeine

Name

Großer Schneckenspinner (Apoda limacodes)

Familie

Limacodidae (Schneckenspinner)

Körpergröße

Spannweite Falter: 20–28 mm; Raupenlänge: bis ca. 15 mm

Merkmale

Die Raupe des Großen Schneckenspinners ist von gedrungener, ovaler Gestalt und erinnert in ihrer Fortbewegung tatsächlich an eine Nacktschnecke – daher auch der deutsche Artname. Charakteristisch ist das vollständige Fehlen der Bauchbeine, die bei den meisten Schmetterlingsraupen zur Fortbewegung dienen. Stattdessen gleitet die Raupe mithilfe einer muskulösen Kriechsohle an der Blattunterseite entlang. Die Färbung ist grün mit gelblicher Zeichnung und einem auffälligen roten oder braunen Längsstreifen auf dem Rücken. Der fertige Falter ist unauffällig ockerbraun bis rostbraun gefärbt, das Männchen zeigt dunklere Querbinden auf den Vorderflügeln.

Lebensraum

Der Große Schneckenspinner besiedelt vor allem lichte Eichenmischwälder, Buchenwälder sowie strukturreiche Gärten und Parkanlagen mit altem Laubbaumbestand. Die Raupen leben auf Eiche, Rotbuche, Hainbuche und weiteren Laubbäumen, meist an der Blattunterseite. Die Falter fliegen überwiegend nachts und sind in Mitteleuropa von Juni bis August anzutreffen. Die Raupen sind von Juli bis in den Herbst hinein zu finden, bevor sie zur Überwinterung zu Boden fallen.

Besonderheiten

Eine besonders bemerkenswerte Eigenheit dieser Art zeigt sich in der Überwinterungsstrategie: Die fertig entwickelten Raupen lassen sich im Herbst zu Boden fallen und spinnen dort einen harten, pergamentartigen Kokon, in dem sie den Winter verbringen. Die eigentliche Verpuppung findet erst im darauffolgenden Frühjahr statt – ein ungewöhnlich langer Zeitraum zwischen Kokonbildung und Verpuppung. Der Kokon ist so fest, dass er dem Falter den deutschen Gattungsnamen Schneckenspinner eingebracht hat. Als Verwechslungsart gilt der Kleine Schneckenspinner (Heterogenea asella), der ebenfalls in Laubwäldern vorkommt, aber kleiner und heller gezeichnet ist.