Ypsiloneule (Agrotis ipsilon)
Name
Ypsiloneule (Agrotis ipsilon)
Familie
Eulenfalter (Noctuidae)
Körpergröße
Flügelspannweite 40–56 mm
Merkmale
Die Ypsiloneule ist ein mittelgroßer Eulenfalter mit einer Flügelspannweite von 40 bis 56 mm. Die Vorderflügel sind graubraun bis dunkelbraun gefärbt und zeigen ein charakteristisches, ypsilonähnliches Zeichnungsmuster aus dunklen Strichen und Makeln – daher der deutsche Name. Der namensgebende Zeichnungsbestandteil erinnert an den griechischen Buchstaben Ypsilon. Die Hinterflügel sind heller, meist weißlich-grau mit dunkler Äderung. Die Raupen sind graubraun, nahezu zeichnungslos und leben überwiegend im Boden, wo sie die Wurzeln krautiger Pflanzen abfressen.
Lebensraum
Die Ypsiloneule besiedelt offene Lebensräume wie Wiesen, Gärten, Parks, Felder und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Sie ist ausgesprochen anpassungsfähig und meidet kaum einen offenen Biotop. In Deutschland ist die Art von April bis Oktober anzutreffen, wobei mehrere Generationen pro Jahr möglich sind. Als nachtaktiver Falter ist sie vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv und wird häufig an Lichtquellen beobachtet.
Besonderheiten
Die Ypsiloneule ist ein ausgeprägter Wanderfalter, der alljährlich aus Südeuropa und dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa einwandert, da sie hierzulande den Winter nicht übersteht. Bei günstiger Witterung und hoher Einwanderungsdichte kann es zu Massenvermehrungen kommen, bei denen die bodenlebenden Raupen erhebliche Fraßschäden an landwirtschaftlichen Kulturen wie Kohl, Gemüse und Getreidepflanzen verursachen. In der Landwirtschaft gilt sie daher als bedeutender Schädling. Die Raupen fressen bevorzugt nachts und schneiden junge Pflanzenstängel kurz über dem Boden ab, was zu charakteristischen Ausfällen im Bestand führt. Die Art ist weltweit verbreitet und zählt zu den kosmopolitischen Wanderfaltern.