Ruderwanze Hesperocorixa linnaei
Name
Hesperocorixa linnaei
Familie
Corixidae (Ruderwanzen)
Körpergröße
Körperlänge 6,8–8 mm
Merkmale
Hesperocorixa linnaei ist eine mittelgroße Ruderwanze mit der für die Familie typischen abgeflachten, bootsförmigen Körpergestalt. Die Oberseite zeigt ein charakteristisches gelblich-braunes Muster mit dunkelbraunen Querbändern und feiner Sprenkelung, die zur Tarnung auf dem Gewässergrund beiträgt. Die Hinterbeine are ruderartig verbreitert und dicht beborstet, was der Wanze eine effiziente Fortbewegung im Wasser ermöglicht. Weibchen lassen sich von Männchen unter anderem durch das Fehlen der beim Männchen ausgeprägten asymmetrischen Genitalstrukturen sowie der Stridulationsorgane auf dem Hinterleib unterscheiden.
Lebensraum
Die Art besiedelt ganzjährig stehende und schwach fließende Gewässer unterschiedlichster Qualität. Sie ist ökologisch ausgesprochen anpassungsfähig und kommt in Teichen, Tümpeln, Mooren und sogar in leicht brackigen Gewässern vor. Diese Toleranz gegenüber Moorwasser und erhöhtem Salzgehalt unterscheidet sie von vielen empfindlicheren Verwandten. Ein Nachweis eines Weibchens gelang im September 2017 im Rehburger Moor in Niedersachsen. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und ganzjährig anzutreffen, da sie als Imago überwintert.
Besonderheiten
Hesperocorixa linnaei ernährt sich vorwiegend von Algen und pflanzlichem Detritus, den sie mit den löffelförmig umgebildeten Mundwerkzeugen aufnimmt. Wie andere Ruderwanzen ist sie flugfähig und kann bei Austrocknung des Gewässers neue Lebensräume aktiv aufsuchen. Zur Stridulation, also der Lauterzeugung, besitzen die Männchen spezielle Strukturen an den Vorderbeinen und am Kopf, mit denen sie artspezifische Laute erzeugen können. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Verwechslungen sind vor allem mit der ähnlichen Hesperocorixa sahlbergi möglich und erfordern eine genaue Untersuchung morphologischer Merkmale.