Schnauzenspinner (Pterostoma palpina)

Schnauzenspinner Pterostoma palpina

Name

Schnauzenspinner (Pterostoma palpina)

Familie

Notodontidae (Zahnspinner)

Körpergröße

Flügelspannweite 35–54 mm

Merkmale

Der Schnauzenspinner ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 35 bis 54 mm. Die Vorderflügel sind graubraun bis ockerfarben mit feiner, wellenartiger Zeichnung und einem charakteristischen Zahn am Innenrand, der der Familie der Zahnspinner ihren Namen gibt. Im Ruhezustand werden die Flügel dachförmig über dem Körper aufgestellt, wodurch der Falter täuschend einer Baumrinde oder einem abgebrochenen Ast ähnelt. Besonders auffällig sind die stark vergrößerten und dicht behaarten Labialpalpen, die im Ruhezustand weit nach vorne gestreckt werden und dem Tier ein charakteristisches schnauzenartiges Aussehen verleihen.

Lebensraum

Der Schnauzenspinner besiedelt Laubwälder, Hecken-Biotope und Parkanlagen – überall dort, wo Pappeln und Weiden als Nahrungspflanzen der Raupen vorhanden sind. Die Art ist in weiten Teilen Europas und des gemäßigten Asiens verbreitet. Sie fliegt in zwei Generationen: Die erste Generation ist von Ende April bis Anfang Juni aktiv, die zweite von Ende Juli bis August. Die nachtaktiven Falter sind an künstlichen Lichtquellen anzutreffen und verbringen den Tag regungslos an Baumrinden.

Besonderheiten

Der auffälligste Charakterzug der Art sind die verlängerten Palpen, die ihr neben dem Namen Schnauzenspinner auch die Bezeichnung Palpen-Zahnspinner eingebracht haben. Dieses Merkmal dient vermutlich der Tarnung, da der Falter im Ruhezustand mit vorgestreckten Palpen und dachförmig angelegten Flügeln einem Holzspan oder Rindenstück täuschend ähnlich sieht. Die Raupen ernähren sich bevorzugt von Blättern der Gattungen Populus und Salix. Sie sind grün gefärbt und gut getarnt. Die Art gilt in Mitteleuropa als nicht gefährdet und ist aufgrund ihrer Bindung an weit verbreitete Wirtspflanzen vergleichsweise häufig anzutreffen.