Himbeerkäfer (Byturus tomentosus)
Name
Himbeerkäfer (Byturus tomentosus)
Familie
Byturidae (Himbeerkäfer)
Körpergröße
3,5–4 mm (Körperlänge)
Merkmale
Der Himbeerkäfer ist ein kleiner, gedrungen wirkender Käfer von etwa 3,5 bis 4 mm Länge. Sein Körper ist dicht mit feinen, graugelben bis rötlichbraunen Härchen bedeckt, die ihm ein samtiges, leicht mehliges Aussehen verleihen – daher auch der Artname tomentosus, was behaart oder filzig bedeutet. Die Grundfärbung der Deckflügel ist gelbbraun bis rotbraun, bei älteren Tieren durch Abrieb der Behaarung oft dunkler wirkend. Die Fühler enden in einer deutlichen dreigliedrigen Fühlerkeule. Larven sind cremefarben mit braunen Querstreifen und erreichen eine Länge von etwa 6 mm.
Lebensraum
Der Himbeerkäfer besiedelt Lebensräume, in denen Himbeere (Rubus idaeus) oder Brombeere (Rubus sectio Rubus) wachsen – dazu zählen Waldränder, Gebüschsäume, Hecken, Gärten und Schlagfluren. Die Art ist in ganz Europa sowie in Teilen Asiens verbreitet. Erwachsene Käfer sind von Mai bis Juli aktiv und an blühenden Rubus-Pflanzen anzutreffen, wo sie Pollen und Nektar aufnehmen.
Besonderheiten
Der Himbeerkäfer gilt als bedeutender Schädling im Beerenobstanbau. Die Weibchen legen ihre Eier in Blüten oder an unreife Früchte von Himbeere und Brombeere. Die Larven fressen sich durch die Früchte und verlassen diese nach Abschluss ihrer Entwicklung, um sich im Boden zu verpuppen. Nach der Verpuppung entwickeln sich die neuen Imagines, die in ihren unterirdischen Puppenkammern überwintern und erst im folgenden Frühjahr wieder erscheinen. Die Art bildet normalerweise eine Generation pro Jahr. Befallene Früchte enthalten häufig Larven und sind für den Frischverzehr ungeeignet, was im Erwerbsanbau erhebliche Ernteverluste verursachen kann. Zur Bekämpfung werden im Bioanbau oft Kaolin-Präparate oder engmaschige Kulturschutznetze eingesetzt. Eine Verwechslung ist mit dem sehr ähnlichen Byturus ochraceus möglich, der jedoch etwas heller gefärbt ist.