Kleiner Rotdeckenkäfer (Platycis minutus)
Name
Kleiner Rotdeckenkäfer (Platycis minutus)
Familie
Lycidae (Rotdeckenkäfer)
Körpergröße
Körperlänge 5–9 mm
Merkmale
Der Kleine Rotdeckenkäfer ist durch seine auffällig roten Deckflügel leicht zu erkennen. Diese sind charakteristisch längsgestreift und unregelmäßig gegittert, was der Oberfläche eine netzartige Struktur verleiht. Ein weiteres wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die hell gefärbten letzten Fühlerglieder, die sich deutlich vom übrigen, dunkel gefärbten Fühler abheben. Der restliche Körper ist überwiegend dunkel bis schwarz gefärbt. Wie bei anderen Vertretern der Familie Lycidae ist der Körperbau flach und langgestreckt. Männchen und Weibchen ähneln sich äußerlich stark, wobei Weibchen tendenziell etwas größer ausfallen können.
Lebensraum
Platycis minutus besiedelt Wälder, Gärten und Parkanlagen und bevorzugt dabei Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit. Besonders wichtig ist das Vorhandensein von Totholz aus Laubbäumen, da sich die Larven in verpilztem Laubbaum-Totholz entwickeln. Seltener werden auch Nadelhölzer als Entwicklungssubstrat genutzt. Die Art ist damit ein typischer Bewohner naturnaher, strukturreicher Gehölze mit ausreichend liegendem oder stehendem Totholz. Die Imagines sind von Juli bis September aktiv und lassen sich in dieser Zeit vor allem an Totholz oder blütenreichen Pflanzen beobachten.
Besonderheiten
Die Larven des Kleinen Rotdeckenkäfers leben räuberisch und ernähren sich von anderen Kleinstlebewesen im verpilzten Totholz, was innerhalb der Familie Lycidae typisch ist. Die auffällige rote Färbung der Deckflügel dient als Warnsignal und gilt als Beispiel für Aposematismus. Platycis minutus kann mit anderen rot gefärbten Lyciden verwechselt werden, etwa mit Platycis cosnardi, der jedoch ein anderes Fühlermuster und eine abweichende Flügelstruktur aufweist. Als Totholzbewohner gilt die Art als Indikator für naturnahe Wälder mit ausreichend Totholzangebot. In stark aufgeräumten Forsten oder Parkanlagen ohne Totholz ist sie selten oder fehlt ganz.