Krummhornkäfer / Borstenhornläufer (Loricera pilicornis)
Name
Krummhornkäfer / Borstenhornläufer (Loricera pilicornis)
Familie
Laufkäfer (Carabidae)
Körpergröße
Körperlänge 7–8 mm
Merkmale
Der Krummhornkäfer ist ein mittelgroßer, glänzend schwarzer Laufkäfer mit schlankem, typisch carabidem Körperbau. Besonders auffällig sind die langen, abstehenden Borsten an den vorderen Fühlergliedern, die dem Tier seinen Beinamen Borstenhornläufer eingebracht haben. Diese Borstenausstattung ist innerhalb der europäischen Laufkäfer einzigartig und macht die Art leicht kenntlich. Die Beine sind schlank und dunkel gefärbt, oft schwarz oder dunkelbraun, was gut zum restlichen Körper passt. Auf den Flügeldecken sind feine Längsstreifen und deutliche Gruben erkennbar.
Lebensraum
Loricera pilicornis bewohnt bevorzugt feuchte bis nasse Lebensräume. Dazu zählen Uferstreifen von Bächen und Flüssen, feuchte Laub- und Mischwälder sowie Moor- und Sumpfbiotope. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Nordasiens verbreitet und gilt als häufig. Aktive Tiere sind von April bis September anzutreffen, mit einem Aktivitätsschwerpunkt im Frühjahr und Frühsommer. Wie viele Laufkäfer ist auch der Borstenhornläufer vor allem nacht- und dämmerungsaktiv.
Besonderheiten
Die charakteristischen Fühlerborten sind kein bloßes Ziermerkmal, sondern erfüllen eine wichtige Funktion bei der Jagd: Der Käfer nutzt sie vermutlich als Fangnetz, um seine Hauptbeute, die Springschwänze (Collembola), effektiv zu ergreifen. Diese winzigen bodenbewohnenden Sechsfüßer sind für viele andere Räuber schwer zu fangen, da sie mit ihrem Sprungapparat blitzschnell flüchten. Die Spezialisierung auf Springschwänze ist unter Laufkäfern ungewöhnlich. Loricera pilicornis ist in Deutschland weit verbreitet und nicht gefährdet, profitiert jedoch von intakten Feuchtlebensräumen. Verwechslungen mit anderen einheimischen Laufkäferarten sind aufgrund der unverwechselbaren Fühlerborsten kaum möglich.