Gemeiner Pillenkäfer (Byrrhus pilula)
Name
Gemeiner Pillenkäfer (Byrrhus pilula)
Familie
Byrrhidae (Pillenkäfer)
Körpergröße
Körperlänge 7–11 mm
Merkmale
Der Gemeine Pillenkäfer ist ein gedrungen gebauter, stark gewölbter Käfer mit oval-kugeliger Körperform. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt und zeigt ein charakteristisches Muster aus hellen, gelblich-grauen Härchen, die wellige Querbinden auf den Flügeldecken bilden. Die Beine und Fühler sind vergleichsweise kurz und kräftig gebaut, was dem Tier ermöglicht, sie bei Bedrohung vollständig in speziell geformte Körpervertiefungen einzuziehen. Der Körper wirkt dann wie eine kleine, glatte Kugel – daher der Name Pillenkäfer.
Lebensraum
Der Gemeine Pillenkäfer bewohnt Wälder, Heide-Biotope sowie Wegränder und ist überall dort anzutreffen, wo ausreichend Moos als Nahrungsgrundlage vorhanden ist. Die Art bevorzugt mäßig feuchte bis trockene Standorte mit dichtem Moospolster. Die Tiere sind vor allem im Frühjahr von April bis Mai aktiv, können aber gelegentlich auch im Sommer beobachtet werden.
Besonderheiten
Das namensgebende Schutzverhalten ist besonders bemerkenswert: Bei Gefahr zieht Byrrhus pilula alle Extremitäten blitzschnell in passgenau geformte Körpergruben ein und verharrt reglos als kompakte Kugel – ein wirkungsvoller Schutzmechanismus gegenüber Fressfeinden. Die Ernährungsweise unterscheidet sich je nach Entwicklungsstadium: Während die Larven die Rhizoide der Moospflanzen fressen, verzehren die erwachsenen Käfer das Gewebe der Moospflanze selbst. Eine mögliche Verwechslungsart ist der Gebänderte Pillenkäfer (Byrrhus fasciatus), der jedoch durch seine kontrastreicher gezeichneten Flügeldecken unterschieden werden kann. Pillenkäfer gelten insgesamt als unauffällige, wenig beachtete Käfergruppe, sind aber in geeigneten Lebensräumen durchaus regelmäßig anzutreffen.