Rindenwanze Aneurus laevis
Name
Aneurus laevis
Familie
Aradidae (Rindenwanzen)
Körpergröße
Körperlänge 4,5 bis 5,2 mm
Merkmale
Aneurus laevis ist eine kleine, abgeflachte Wanze mit einem für das Leben unter Baumrinde typisch schlanken und ovalen Körperbau. Die Oberseite ist bräunlich bis dunkelbraun gefärbt und zeigt eine fein strukturierte Oberfläche. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die Atemöffnungen (Stigmen): Bei dieser Art liegen die Stigmen der Segmente 2, 5, 6 und 7 am Außenrand des Connexivum, also am Seitenrand des Hinterleibs, während die Stigmen der Segmente 3 und 4 etwas weiter vom Rand entfernt liegen. Männchen sind an ihrem charakteristisch geformten Abdomen-Ende von den Weibchen zu unterscheiden. Die Art kann mit der nah verwandten Aneurus avenius verwechselt werden, weshalb eine genaue Betrachtung der Stigmenposition und des Abdomens notwendig ist.
Lebensraum
Die Rindenwanze Aneurus laevis lebt unter der lockeren Borke abgestorbener Laubbäume, insbesondere an stärker zersetztem Totholz mit Pilzbefall. Sie kommt vor allem in Laubwäldern vor, kann aber auch in anderen Lebensräumen mit geeignetem Totholz auftreten. Sowohl Larven als auch adulte Tiere halten sich unter der Borke auf und ernähren sich von Pilzen beziehungsweise Pilzmyzel. Die Art kann ganzjährig in verschiedenen Entwicklungsstadien an geeigneten Totholzstrukturen gefunden werden.
Besonderheiten
Aneurus laevis gilt als recht seltene Art und wird nur selten nachgewiesen. Als Myzetophage – also ein auf Pilze spezialisierter Nahrungsspezialist – ist sie eng an das Vorhandensein von Totholz mit holzzersetzenden Pilzen gebunden und damit ein wichtiger Indikator für naturnahe, strukturreiche Wälder mit ausreichend Totholzanteil. Die Determination wurde durch den Spezialisten Ringo Dietze bestätigt.