Faulfliege Sapromyza sp.
Name
Sapromyza sp.
Familie
Lauxaniidae (Faulfliegen)
Körpergröße
2–6 mm Körperlänge
Merkmale
Faulfliegen aus der Gattung Sapromyza zeichnen sich durch einen kompakten, gedrungenen Körperbau aus. Die Tiere wirken insgesamt eher zierlich und weisen häufig eine gelblich-braune bis ockergelbe Grundfärbung auf. Die Flügel sind oft leicht gefleckt oder gemustert, was zur Unterscheidung innerhalb der Familie hilfreich sein kann. Die Augen sind vergleichsweise groß, der Kopf rundlich. Typisch für die Familie ist die charakteristische Körperhaltung in Ruheposition, bei der die Flügel flach über dem Abdomen angelegt werden.
Lebensraum
Faulfliegen besiedeln bevorzugt Waldränder, lichte Laubwälder und die angrenzende niedere Vegetation wie Kräuter, Sträucher und Gräser. Sie halten sich häufig in schattigen, feuchten Bereichen auf, wo abgestorbenes Pflanzenmaterial vorhanden ist. Die Larven entwickeln sich in verrottenden Pflanzenteilen, Falllaub oder feuchtem Mulmsubstrat. Erwachsene Tiere sind von April bis Oktober anzutreffen, mit einem Schwerpunkt der Aktivität in den Sommermonaten Juni bis August. Der Fundort in Poggenhagen bei einer Sandgrube deutet zudem darauf hin, dass die Tiere auch Übergangsbiotope zwischen Wald und Offenland nutzen.
Besonderheiten
Die Familie Lauxaniidae umfasst weltweit über 1.800 Arten, allein in Mitteleuropa sind mehrere Dutzend Arten nachgewiesen. Die Gattung Sapromyza ist dabei besonders artenreich und gilt als taxonomisch anspruchsvoll – eine sichere Bestimmung bis zur Art ist oft nur durch mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen möglich. Der volkstümliche Name Polierfliege bezieht sich auf das typische Putzverhalten der Tiere, die ihre Vorderbeine auffällig häufig aneinander reiben. Faulfliegen gelten als ökologisch nützlich, da ihre Larven an der Zersetzung organischen Materials beteiligt sind und damit zum Nährstoffkreislauf im Waldboden beitragen. Eine besondere Gefährdung der heimischen Arten ist derzeit nicht bekannt.