Gemeiner Taumelkäfer (Gyrinus substriatus)
Name
Gemeiner Taumelkäfer (Gyrinus substriatus)
Familie
Gyrinidae (Taumelkäfer)
Körpergröße
5–7 mm Körperlänge
Merkmale
Taumelkäfer sind oval-abgeflachte, glänzend schwarze Käfer mit bräunlichen Beinen. Der Körper ist strömungsgünstig geformt und wasserabweisend. Besonders auffällig ist der Bau der Augen: Sie sind in einen oberen und einen unteren Teil geteilt, sodass die Käfer gleichzeitig über und unter der Wasseroberfläche sehen können. Die mittleren und hinteren Beinpaare sind zu kurzen, paddelartigen Schwimmbeinen umgebildet. Die einzelnen Arten der Gattung Gyrinus sind äußerlich kaum voneinander zu unterscheiden – eine sichere Bestimmung erfordert eine mikroskopische Genitaluntersuchung.
Lebensraum
Taumelkäfer besiedeln stehende und langsam fließende Gewässer wie Teiche, Weiher, Altwasser, Gräben und ruhige Flussabschnitte. Sie halten sich bevorzugt an der Wasseroberfläche in windgeschützten Uferbereichen auf. In Deutschland ist die Art von Frühjahr bis Herbst aktiv, wobei die Hauptaktivitätszeit von April bis Oktober reicht. Überwintert wird im Gewässerschlamm oder unter Laub am Ufer.
Besonderheiten
Das namensgebende Taumeln entsteht durch die blitzschnellen, kreisenden Bewegungen, mit denen die Käfer in dichten Schwärmen an der Wasseroberfläche kreisen – ein Verhalten, das der Nahrungssuche und wohl auch dem Schutz vor Fressfeinden dient. Taumelkäfer ernähren sich räuberisch von verunglückten Insekten, die auf der Wasseroberfläche treiben. Dabei nutzen sie die Oberflächenspannung und nehmen Erschütterungswellen wahr, ähnlich wie Wasserläufer. Die Gattung Gyrinus ist in Deutschland mit 13 Arten vertreten, von denen Gyrinus substriatus mit Abstand am häufigsten ist. Verwechslungen innerhalb der Gattung sind ohne Genitaluntersuchung kaum auszuschließen. Die Larven leben unter Wasser und sind ebenfalls räuberisch.