Schrägstreifiger Saftkugler (Glomeris hexasticha)

Schrägstreifiger Saftkugler Glomeris hexasticha

Name

Schrägstreifiger Saftkugler (Glomeris hexasticha)

Familie

Glomeridae

Körpergröße

Körperlänge 6–17 mm

Merkmale

Der Schrägstreifige Saftkugler ist ein gedrungen gebauter Doppelfüßer mit einem stark gewölbten, walzenförmigen Körper, der sich bei Gefahr zu einer fast perfekten Kugel einrollen kann. Die Körperoberfläche ist glänzend und zeigt eine dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung, die von hellen, gelblichen oder weißlichen Querstreifen unterbrochen wird. Diese charakteristischen Schrägstreifen verlaufen über die Rückenschilder und geben der Art ihren deutschen Namen. Mit sechs solcher heller Längs- bzw. Streifenreihen gehört sie zu den sogenannten Sechsstreifen-Saftkuglern. Der Körper besteht aus zwölf Rückenschildern, was typisch für Saftkugler der Gattung Glomeris ist.

Lebensraum

Glomeris hexasticha bewohnt vorwiegend Wälder, Hecken-Biotope, Wiesen und Waldränder und zeigt dabei eine deutliche Vorliebe für höhere Lagen der Mittelgebirge. Die Tiere halten sich bevorzugt in der feuchten Streuschicht des Bodens oder unter der Rinde von Totholz auf, wo sie vor Austrocknung geschützt sind und reichlich organisches Material als Nahrung finden. Als Destruenten ernähren sie sich hauptsächlich von verrottenden Pflanzenresten, Pilzen und Humus. Aktiv sind die Tiere vor allem in der feucht-kühlen Jahreszeit; sie können von Frühjahr bis Herbst beobachtet werden, mit einem Schwerpunkt im Herbst, wenn die Bodenfeuchtigkeit zunimmt.

Besonderheiten

Das auffälligste Verhalten des Schrägstreifigen Saftkuglers ist die Fähigkeit, sich bei Bedrohung blitzschnell zu einer nahezu perfekten Kugel einzurollen – ähnlich wie Rollasseln, mit denen er gelegentlich verwechselt wird, obwohl er zu den Doppelfüßern gehört. Eine häufige Verwechslungsart ist der Westliche Sechsstreifen-Saftkugler (Glomeris intermedia), der sich vor allem durch seine westlichere Verbreitung und feinere Zeichnungsdetails unterscheidet. Die Bestimmung beider Arten erfordert oft eine genaue Betrachtung der Genitalstrukturen. Saftkugler spielen als Destruenten eine wichtige Rolle im Ökosystem, da sie zur Zersetzung organischen Materials und damit zur Humusbildung beitragen.