Großer Eichentriebstecher (Lasiorhynchites cavifrons)

Großer Eichentriebstecher Lasiorhynchites cavifrons

Name

Großer Eichentriebstecher (Lasiorhynchites cavifrons)

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae / Attelabidae)

Körpergröße

Körperlänge 5–7 mm

Merkmale

Der Große Eichentriebstecher ist ein mittelgroßer Rüsselkäfer mit einer Körperlänge von 5 bis 7 mm. Wie alle Vertreter der Schmalrüssler besitzt er einen auffällig verlängerten, rüsselartigen Kopf, der dem Tier seinen deutschen Namen verleiht. Die Körperoberfläche ist metallisch blaugrün bis blauviolett schimmernd und mit einer feinen Punktierung versehen. Die Flügeldecken zeigen eine charakteristische Längsreihenstruktur. Beine und Fühler sind dunkel gefärbt. Männchen und Weibchen ähneln sich stark, wobei der Rüssel beim Männchen an der Basis eine grubenartige Vertiefung aufweist – darauf verweist der Artname cavifrons (lat. für Hohlstirn).

Lebensraum

Der Große Eichentriebstecher bewohnt lichte Laub- und Mischwälder, Waldränder sowie gebüschreiche Strukturen, in denen Eichen als Wirtsbäume vorhanden sind. Bevorzugt werden wärmebegünstigte Standorte mit Stieleiche (Quercus robur) oder Traubeneiche (Quercus petraea). Die Imagines sind von April bis Juli aktiv und damit vor allem im Frühjahr und Frühsommer anzutreffen, wenn die jungen Eichentriebe austreiben.

Besonderheiten

Das Reproduktionsverhalten des Großen Eichentriebstechers ist eng an die Eiche geknüpft. Die Weibchen legen ihre Eier in junge Triebe, in denen die Larven sich von Knospengewebe ernähren. Im Herbst verlassen die Larven die Triebe und überwintern im Erdboden, bevor sie sich im folgenden Frühjahr verpuppen. Der Käfer zählt zur artenreichen Gruppe der Triebstecher, die durch ihr Eiablageverhalten sichtbare Schäden an Gehölztrieben verursachen können, wirtschaftlich jedoch kaum relevant sind. Verwechslungen sind mit dem ähnlichen Kleinen Eichentriebstecher (Lasiorhynchites sericeus) möglich, der jedoch deutlich kleiner ausfällt. Die Art gilt in Mitteleuropa als nicht gefährdet, solange geeignete Eichenwälder vorhanden sind.