Gestreifter Blattrandkäfer (Sitona lineatus)
Name
Gestreifter Blattrandkäfer (Sitona lineatus)
Familie
Rüsselkäfer (Curculionidae)
Körpergröße
Körperlänge 3,5–4,5 mm
Merkmale
Der Gestreifte Blattrandkäfer ist ein kleiner, gedrungen wirkender Rüsselkäfer mit einem charakteristischen Muster aus hellen und dunklen Längsstreifen auf den Flügeldecken, die ihm seinen deutschen Namen verleihen. Die Grundfärbung ist graubraun bis olivbraun, die Streifen werden durch unterschiedlich gefärbte Schuppenhärchen gebildet. Der Rüssel ist vergleichsweise kurz und breit, was typisch für die Gattung Sitona ist. Die Augen sind auffallend groß und seitlich prominent. Eine mögliche Verwechslung besteht mit dem nah verwandten Sitona suturalis, der sich vor allem durch die Zeichnung der Nahtlinie auf den Flügeldecken unterscheidet.
Lebensraum
Der Gestreifte Blattrandkäfer besiedelt vor allem landwirtschaftliche Flächen wie Erbsen- und Kleefelder sowie Wiesen-Biotope, in denen Leguminosen vorkommen. Als ausgesprochener Leguminosenspezialist ist er überall dort anzutreffen, wo Erbsen, Klee, Wicken oder andere Schmetterlingsblütler wachsen. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Zentralasiens verbreitet und in Mitteleuropa häufig. Die Imagines sind von März bis Oktober aktiv, wobei die Hauptaktivität in den Frühjahrs- und Sommermonaten liegt.
Besonderheiten
Der Gestreifte Blattrandkäfer entwickelt einen zweistufigen Schädigungsmechanismus an Kulturpflanzen: Die erwachsenen Käfer fressen charakteristische halbkreisförmige Einbuchtungen in die Blattränder der Wirtspflanzen, während die Larven unterirdisch die Wurzelknöllchen der Leguminosen schädigen, in denen wichtige stickstofffixierende Bakterien leben. Gerade dieser Larvalfraß an den Knöllchen kann die Stickstoffversorgung der Pflanze erheblich beeinträchtigen. Bei Massenauftreten gilt Sitona lineatus als bedeutender Schädling im Erbsen- und Kleeanbau und kann zu spürbaren Ertragseinbußen führen. Die Überwinterung erfolgt als Imago im Boden oder in der Streuschicht.