Rhabarberzünsler (Oncocera semirubella)
Name
Rhabarberzünsler (Oncocera semirubella)
Familie
Zünsler (Pyralidae)
Körpergröße
Flügelspannweite 17–29 mm
Merkmale
Der Rhabarberzünsler ist ein auffälliger Kleinschmetterling mit markanter Färbung: Die Vorderflügel zeigen ein charakteristisches Muster aus cremeweiß bis gelblichweiß und kräftigem Rosa bis Rot, das der Art ihren deutschen Namen eingebracht hat. Die Hinterflügel sind heller, meist weißlich-grau. Der Körper ist schlank und ebenfalls rötlich-rosa gefärbt. Mit einer Flügelspannweite von 17 bis 29 mm gehört die Art zu den mittelgroßen Vertretern der Zünsler. Die Raupen leben verborgen in einer selbst gesponnenen Gespinströhre und sind daher im Freiland kaum zu beobachten.
Lebensraum
Der Rhabarberzünsler bewohnt trockenwarme, oft magere Lebensräume. Er ist typisch für Heidebiotope, Magerrasen, sonnige Waldränder und Ruderalflächen. Als wärmeliebende Art profitiert er von strukturreichen, wenig gedüngten Flächen mit reichem Angebot an Schmetterlingsblütlern. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Mai bis Juli, mit einem Schwerpunkt in den wärmeren Sommerwochen.
Besonderheiten
Die Raupen des Rhabarberzünslers sind auf Pflanzen der Familie der Hülsenfrüchtler spezialisiert und fressen bevorzugt an den Blüten von Klee-Arten, Hauhechel, Luzerne und verwandten Schmetterlingsblütlern. Das Leben in einer schützenden Gespinströhre ist eine typische Strategie vieler Zünslerraupen. Die Art gilt in weiten Teilen Mitteleuropas als nicht gefährdet, leidet jedoch wie viele Bewohner magerer Lebensräume unter dem Rückgang extensiv genutzter Flächen durch Intensivlandwirtschaft und Sukzession. Verwechslungen sind mit anderen Oncocera-Arten möglich, weshalb eine genaue Betrachtung der Flügelmusterung zur sicheren Bestimmung empfehlenswert ist.