Erzwespe Haltichella rufipes
Name
Haltichella rufipes
Familie
Chalcididae (Erzwespen)
Körpergröße
3–4,5 mm (Körperlänge)
Merkmale
Haltichella rufipes gehört zur Unterfamilie Haltichellinae, die sich durch am Ende gerade abgestutzte Hintertibien mit zwei deutlichen Enddornen sowie durch einen an der Unterseite des verdickten Hinterschenkels befindlichen feinen Kamm aus winzigen Zähnchen auszeichnet. Innerhalb der Tribus Haltichellini verläuft die Marginalvene des Vorderflügels direkt am Flügelrand, und die Postmarginalvene ist mehr oder weniger deutlich ausgebildet.
Lebensraum
Die Art ist in verschiedenen Lebensräumen anzutreffen: an Waldrändern, in Hecken-Biotopen, auf Wiesen und in Gärten. Sie bevorzugt strukturreiche Landschaften mit einem vielfältigen Blütenangebot, da sich die erwachsenen Tiere von Blütennektar ernähren. Haltichella rufipes ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Die Flugzeit erstreckt sich in Mitteleuropa in der Regel von Mai bis August, mit dem Aktivitätsschwerpunkt in den Sommermonaten.
Besonderheiten
Haltichella rufipes ist ein parasitoider Endoparasit: Die Weibchen heften ihre Eier an Raupen der Wickler (Tortricidae) sowie an Larven der Pochkäfer (Anobiidae) und Schwarzkäfer (Tenebrionidae). Die geschlüpfte Larve frisst das Wirtsgewebe von innen auf und tötet den Wirt dabei letztlich ab – ein für Parasitoide typisches Verhalten. Diese Lebensweise macht Haltichella rufipes zu einem natürlichen Regulierer von Schädlingspopulationen, was ihr eine gewisse Bedeutung im biologischen Gleichgewicht verleiht. Adulte Tiere hingegen verhalten sich harmlos und besuchen Blüten zur Nektaraufnahme. Aufgrund ihrer geringen Größe wird die Art im Freiland leicht übersehen.