Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria)

Anthemis tinctoria wächst an Wegrändern oder auf Brachland

Name

Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria)

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Merkmale

Die Färber-Hundskamille ist eine aufrecht wachsende, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Charakteristisch sind die leuchtend gelben Zungenblüten, die das Körbchen umgeben, sowie die ebenfalls gelben Röhrenblüten in der Mitte – damit unterscheidet sie sich deutlich von der gewöhnlichen Kamille mit ihren weißen Zungenblüten. Die Blätter sind fiederteilig und leicht behaart, der Stängel ist verzweigt und filzig-weißlich behaart. Die Pflanze verströmt beim Zerreiben einen aromatisch-würzigen Geruch.

Standort und Verbreitung

Die wärmeliebende Art besiedelt trockene, nährstoffarme Standorte wie Wegränder, Brachland, Trockenrasen und Wiesen-Biotope. Sie bevorzugt sonnige, oft steinige oder sandige Böden und meidet Staunässe. Verbreitet ist sie in weiten Teilen Europas und Westasiens; in Deutschland kommt sie vor allem in wärmebegünstigten Regionen vor, ist aber vielerorts rückläufig. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. Ein Fundort aus Juli 2014 liegt beim Mittellandkanal nahe Kolenfeld.

Besonderheiten

Der Name Färber-Hundskamille verweist auf die historische Nutzung: Aus den Blütenköpfen wurde früher ein gelber Naturfarbstoff gewonnen, der zum Färben von Wolle und Textilien verwendet wurde. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, besonders Bienen werden von den auffälligen Blüten angelockt, weshalb die Art auch für die Gartengestaltung als bienenfreundliche Pflanze empfohlen wird. Verwechslungen sind möglich mit der Geruchlosen Hundskamille oder der Echten Kamille, die jedoch weißliche Zungenblüten tragen. In manchen Regionen Deutschlands gilt die Art als gefährdet, da intensivierte Landwirtschaft und Flächenversiegelung ihre typischen Magerstandorte zerstören.