Schilfrohr (Phragmites australis)

Phragmites australis wächst auf Moorwiesen oder im Uferbereich

Name

Schilfrohr (Phragmites australis)

Familie

Süßgräser (Poaceae)

Merkmale

Das Schilfrohr ist ein ausdauerndes Riedgras und gehört zu den größten heimischen Gräsern. Es erreicht Wuchshöhen von einem bis über vier Metern. Die Stängel sind hohl, steif und von graugrüner Farbe. Die langen, flachen Blätter sind wechselständig angeordnet und können bei starkem Wind charakteristisch rascheln. Der Blütenstand ist eine große, rispige, anfangs rötlich-violette, später silbrig-braune Rispe, die sich im Wind malerisch bewegt. Die Früchte sind kleine, leichte Karyopsen, die von langen Seidenhaaren umgeben sind.

Standort und Verbreitung

Das Schilfrohr wächst in Röhrichtgesellschaften, auf Moorwiesen, in Quellmooren sowie im Uferbereich von Seen, Flüssen und Teichen. Es bevorzugt nährstoffreiche, feuchte bis nasse Standorte und ist gegenüber Überschwemmungen sehr tolerant. Die Art ist weltweit verbreitet und gilt als eines der am weitesten verbreiteten Landpflanzen überhaupt – sie kommt auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. In geeigneten Lebensräumen bildet sie oft ausgedehnte Massenbestände. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

Besonderheiten

Das Schilfrohr verbreitet sich sowohl generativ über seine schwimmfähigen, windverbreiteten Samen als auch vegetativ über weitreichende unterirdische Rhizome, was die Bildung großer, dichter Bestände begünstigt. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Schilfröhrichte sind ökologisch äußerst wertvoll: Sie bieten zahlreichen Vogelarten wie Rohrammer und Drosselrohrsänger Bruthabitat und dienen als Laichplatz für Fische. Traditionell wurde Schilf als Dachreedmaterial verwendet und ist in manchen Regionen noch heute ein begehrter Baustoff. Zudem wird es zur Wasserreinigung in Pflanzkläranlagen eingesetzt. Eine Verwechslung ist mit dem Rohrglanzgras möglich, das ähnliche Standorte besiedelt, jedoch deutlich kleiner bleibt.