Behaarte Karde (Dipsacus pilosus)
Name
Behaarte Karde (Dipsacus pilosus)
Familie
Kardengewächse (Dipsacaceae)
Merkmale
Die Behaarte Karde ist eine zweijährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist kantig und mit steifen Borsten besetzt. Die Blätter sind eiförmig bis lanzettlich und auffällig behaart – daher der deutsche Name. Die kleinen, weißlichen bis blassrosa Blüten sind in kugeligen Köpfchen angeordnet, die deutlich kleiner ausfallen als bei der verwandten Wilden Karde. Die Hüllblätter sind kurz und wenig auffällig.
Standort und Verbreitung
Dipsacus pilosus bevorzugt feuchte, stickstoffreiche Standorte und ist typischerweise in Auwäldern, Hecken-Biotopen, Ufergehölzen sowie an Wegrändern anzutreffen. Die Art kommt in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas vor, in Deutschland gilt sie als zerstreut verbreitet und ist regional selten. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis August. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, bevorzugt durch Hautflügler wie Bienen und Hummeln.
Besonderheiten
Die Behaarte Karde ist in mehreren deutschen Bundesländern auf der Roten Liste als gefährdet oder selten eingestuft, da ihre spezifischen Lebensräume durch Gewässerregulierung und Entwässerung zunehmend verloren gehen. Sie kann mit der größeren Wilden Karde verwechselt werden, unterscheidet sich jedoch durch die deutlich kleineren Blütenköpfchen und die ausgeprägte Behaarung. Eine wirtschaftliche oder volksmedizinische Nutzung ist für diese Art nicht überliefert. Als Zeigerpflanze weist sie auf naturnahe, feuchte Gehölzsäume mit guter Nährstoffversorgung hin und hat damit einen gewissen Indikatorwert für intakte Auenlandschaften.