Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Name
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Familie
Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Merkmale
Das Buschwindröschen ist eine zierliche, ausdauernde Staude, die meist zwischen 10 und 25 cm hoch wird. Die einzelne Blüte sitzt auf einem schlanken Stiel und besteht aus sechs bis acht weißen, gelegentlich zartrosa oder violett überlaufenen Blütenblättern, die botanisch als Kelchblätter einzustufen sind. Die Blätter sind dreiteilig und tief eingeschnitten, mit einem charakteristischen quirlförmigen Blattquirl unterhalb der Blüte. Der Wurzelstock ist ein kriechender, brauner Rhizom, über den sich die Pflanze vegetativ ausbreitet.
Standort und Verbreitung
Das Buschwindröschen besiedelt humusreiche, feuchte bis frische Laubwälder, Gebüsche und Waldränder, bevorzugt auf nährstoffreichen, lehmigen oder leicht sauren Böden. Es ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und in Deutschland eine der häufigsten Waldfrühlingspflanzen. Als typischer Geophyt nutzt es das Lichtfenster vor dem Laubaustrieb der Bäume. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis April.
Besonderheiten
Das Buschwindröschen ist auf Ameisen als Samenverbreiter angewiesen: Die Früchte tragen ein nährstoffreiches Elaiosom, das Ameisen anlockt. Diese schleppen die Samen in ihre Nester und tragen so zur Ausbreitung der Art bei – ein Prozess, der als Myrmekochorie bezeichnet wird. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Fliegen, eine Selbstbestäubung ist ebenfalls möglich. Alle Pflanzenteile sind giftig und enthalten das Glykosid Ranunculin, das bei Hautkontakt Reizungen verursachen kann. Verwechslungen sind möglich mit dem Gelben Windröschen oder dem Großen Windröschen, die sich durch Blütenfarbe und Standortansprüche unterscheiden. Das Buschwindröschen gilt in Deutschland als ungefährdet, kann aber durch Trittbelastung und Lebensraumverlust lokal zurückgehen.