Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)

Der Wiesen-Wachtelweizen ist ein Halbschmarotzer

Name

Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)

Familie

Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)

Merkmale

Der Wiesen-Wachtelweizen ist eine einjährige, aufrecht wachsende Krautpflanze, die meist zwischen 10 und 50 cm hoch wird. Die Blätter sind schmal-lanzettlich und gegenständig angeordnet. Die Blüten sind typisch zweilippig, überwiegend hellgelb bis cremeweiß gefärbt und sitzen in einseitswendigen Ähren. Die Kronröhre ist auffällig lang, der Schlund oft geschlossen. Die Art ist sehr variabel in Wuchsform und Blattbreite, weshalb mehrere Unterarten beschrieben werden.

Standort und Verbreitung

Entgegen seinem Namen wächst der Wiesen-Wachtelweizen nicht auf Wiesen, sondern bevorzugt lichte Wälder, Waldränder, Heideflächen und andere bodensaure Standorte mit nährstoffarmen, oft sandigen oder lehmigen Böden. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Nordasiens verbreitet und in Deutschland weit verbreitet, jedoch regional unterschiedlich häufig. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August.

Besonderheiten

Als Halbschmarotzer zapft der Wiesen-Wachtelweizen über spezielle Saugorgane, sogenannte Haustorien, die Wurzeln benachbarter Pflanzen an und entzieht ihnen Wasser und Nährstoffe. Er betreibt dabei gleichzeitig eigene Photosynthese und ist nicht vollständig auf seinen Wirt angewiesen. Die Samen werden bevorzugt von Ameisen verbreitet, da sie ein nährstoffreiches Anhängsel, das Elaiosom, besitzen. Verwechslungen sind mit anderen Wachtelweizen-Arten möglich, etwa dem Wald-Wachtelweizen oder dem Wiesen-Klappertopf, der ebenfalls ein Halbschmarotzer ist. Eine Gefährdung besteht regional durch den Rückgang geeigneter Lebensräume infolge von Aufforstung und Nährstoffeintrag.