Weiße Mistel (Viscum album)
Name
Weiße Mistel (Viscum album)
Familie
Santalaceae (Sandelholzgewächse)
Merkmale
Die Weiße Mistel ist ein immergrüner Halbparasit mit kugelförmigem, buschigem Wuchs von 20 bis 80 cm Durchmesser. Die Stängel sind gabelartig verzweigt und gelblich-grün gefärbt. Die ledrigen, länglich-ovalen Blätter sind gegenständig angeordnet und bleiben das ganze Jahr über grün. Die Pflanze bildet nach der Blüte charakteristische weißlich-durchscheinende, klebrige Beeren aus, die in kleinen Gruppen an den Zweigenden sitzen und einen schleimigen Kern enthalten.
Standort und Verbreitung
Viscum album wächst parasitisch auf den Ästen verschiedener Laubbäume wie Pappel, Ahorn, Linde, Apfel und Weide, seltener auch auf Nadelbäumen wie Tanne oder Kiefer. Die Pflanze ist in weiten Teilen Europas, Westasiens und Nordafrikas verbreitet und bevorzugt lichte, halbschattige Lagen. In Deutschland ist sie in Streuobstwiesen, Parkanlagen und Laubwäldern anzutreffen. Die unscheinbaren, gelblich-grünen Blüten erscheinen von Februar bis April, die Beeren reifen von Oktober bis in den Winter hinein.
Besonderheiten
Alle Teile der Weißen Mistel sind giftig – insbesondere die Beeren und Blätter enthalten Viscotoxine und Lektine, die beim Menschen Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen verursachen können. Vögel wie Drosseln vertragen die Beeren hingegen gut und verbreiten die klebrigen Samen durch ihren Kot auf neue Wirtsbäume. In der Naturheilkunde und Homöopathie wird die Mistel traditionell bei Bluthochdruck und Herzbeschwerden eingesetzt; Mistelextrakte werden zudem in der anthroposophischen Medizin als ergänzende Krebstherapie genutzt. Bei den Germanen und Kelten galt die Mistel als heilige Pflanze mit magischer Bedeutung und wurde bei kultischen Handlungen verwendet. Bis heute ist sie ein Symbol für Glück und Fruchtbarkeit.