Glieder-Binse (Juncus articulatus)

Die Glieder-Binse wächst auf Feuchtwiesen oder im Sumpfbiotop

Name

Glieder-Binse (Juncus articulatus)

Familie

Binsengewächse (Juncaceae)

Merkmale

Die Glieder-Binse erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 70 cm und wächst aufrecht bis leicht überhängend. Charakteristisch sind die stielrunden, gegliederten Stängelblätter, die im Inneren durch Querwände unterteilt sind – daher der Name Glieder-Binse. Diese Quergliederung ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal und beim Anfassen deutlich spürbar. Die Blüten sind klein, braun bis rotbraun gefärbt und in lockeren, rispigen Blütenständen angeordnet. Die Früchte sind glänzende, dunkelbraune Kapseln, die die Samen einschließen.

Standort und Verbreitung

Die Glieder-Binse besiedelt feuchte bis nasse Standorte wie Uferränder von Gewässern, Feuchtwiesen, Sümpfe und Moorränder. Sie verträgt auch zeitweise Überflutung und ist auf nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen, meist sauren bis neutralen Böden anzutreffen. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt darüber hinaus in weiten Teilen Asiens sowie in Nordamerika vor. In Deutschland ist sie häufig und in nahezu allen Bundesländern zu finden. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis Oktober. Die Samen werden sowohl durch den Wind als auch durch Tiere verbreitet, was zur weiten Ausbreitung der Art beiträgt. Ein Fundort in Deutschland ist der alte Steinbruch Obernkirchen, wo die Art im Juli 2011 nachgewiesen wurde.

Besonderheiten

Die Glieder-Binse kann leicht mit anderen Binsenarten verwechselt werden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die deutlich quergefächerten, röhrigen Blätter, deren innere Querwände sich häufig auch von außen ertasten lassen. Dieses Merkmal kommt allerdings auch bei anderen Binsen mit septierten Blättern vor, sodass für eine sichere Bestimmung weitere Merkmale berücksichtigt werden sollten. Die Art gilt in Deutschland als ungefährdet und ist ein typischer Vertreter feuchter bis nasser Lebensräume. Sie hat keine bedeutende wirtschaftliche Nutzung, bietet jedoch als Bestandteil von Feuchtbiotopen Lebensraum für verschiedene Insekten und andere Kleintiere.