Hunds-Rose (Rosa canina)

Aus den Früchten wird Tee und Hagebuttenöl hergestellt

Name

Hunds-Rose (Rosa canina)

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Merkmale

Die Hunds-Rose ist ein sommergrüner, bogig überhängender Strauch, der Wuchshöhen von einem bis zu vier Metern erreichen kann. Die Zweige sind mit kräftigen, sichelförmig gebogenen Stacheln besetzt. Die unpaarig gefiederten Blätter bestehen aus fünf bis sieben eiförmigen, gesägten Blättchen. Die Blüten erscheinen einzeln oder in kleinen Gruppen und sind fünfblättrig, meist zartrosa bis weiß gefärbt und angenehm duftend. Nach der Blüte reifen die charakteristischen Hagebutten heran: eiförmige, leuchtend rote Scheinfrüchte, die im Herbst und Winter auffällig an den Zweigen hängen.

Standort und Verbreitung

Die Hunds-Rose ist äußerst anpassungsfähig und besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen. Sie wächst an Waldrändern, Hecken, Böschungen, Wegrändern und Gebüschen und kommt mit sehr unterschiedlichen Böden zurecht, bevorzugt jedoch nährstoffreiche, nicht zu feuchte Standorte. Verbreitet ist sie in ganz Europa, Westasien und Nordafrika; in Deutschland gehört sie zu den häufigsten Wildrosenarten. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni.

Besonderheiten

Die Hunds-Rose gilt als klassisches Pioniergehölz und spielt eine wichtige ökologische Rolle: Ihre Blüten bieten Insekten Nektar und Pollen, während die Hagebutten eine wertvolle Winternahrung für Vögel und Kleinsäuger darstellen. Gärtnerisch wird sie häufig als Veredlungsunterlage für Kulturrosen genutzt, da sie robust und wurzelstark ist. Die Hagebutten sind reich an Vitamin C und werden traditionell zu Tee, Marmelade, Sirup und Hagebuttenöl verarbeitet. Als bekanntestes Exemplar gilt der sogenannte Tausendjährige Rosenstock am Hildesheimer Dom, der als älteste lebende Rose der Welt gilt. Verwechslungen sind mit anderen Wildrosenarten möglich, etwa der Filz-Rose oder der Weinrose, die sich jedoch in Behaarung und Blattmerkmalen unterscheiden.