Sprossender Bärlapp (Lycopodium annotinum)

Lycopodium annotinum ist eine alte Heil- und Hexenpflanze

Name

Sprossender Bärlapp (Lycopodium annotinum)

Familie

Lycopodiaceae (Bärlappgewächse)

Merkmale

Der Sprossende Bärlapp ist eine immergrüne, krautige Gefäßsporenpflanze mit kriechenden, verzweigten Hauptsprossen, die dicht mit nadelförmigen, starren und leicht stechenden Blättchen besetzt sind. Die aufrechten Seitenzweige erreichen eine Höhe von 10 bis 30 cm. Charakteristisch ist der einzelne, sitzende Sporophyllstand am Ende der Seitentriebe – im Gegensatz zu anderen Bärlapparten trägt er keine gestielten Sporenähren. Die Pflanze bildet ausgedehnte, teppichförmige Bestände durch vegetative Ausbreitung.

Standort und Verbreitung

Der Sprossende Bärlapp bevorzugt saure, nährstoffarme und feuchte Böden in Nadel- und Moorwäldern, gelegentlich auch in Heiden und Hochmooren. Er ist in der borealen und montanen Zone der Nordhalbkugel verbreitet, in Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen und im Norddeutschen Tiefland, jedoch vielerorts selten geworden. Die im Text beschriebenen Exemplare wurden im Juni 2009 im Kleinen Deister (Niedersachsen) gefunden. Die Sporenreife erfolgt von Juli bis September.

Besonderheiten

Der Sprossende Bärlapp gilt in Deutschland als gefährdet und steht unter Naturschutz – Sammeln ist verboten. Historisch wurde er als Heil- und Hexenpflanze genutzt, daher die volkstümlichen Namen Drudenfuß und Hexenkraut. Die Sporen enthalten fettes Öl und wurden früher als Streupuder in der Medizin sowie als Blitzlichtpulver in der Fotografie verwendet. Verwechslungen sind möglich mit dem Keulen-Bärlapp oder dem Flachbärlapp, die sich jedoch durch gestielte Sporenähren oder flachere Wuchsform unterscheiden. Die Art ist ein Zeiger für naturnahe, ungestörte Waldstandorte.