Geweihförmiger Schleimpilz (Ceratiomyxa fruticulosa)
Name
Geweihförmiger Schleimpilz (Ceratiomyxa fruticulosa)
Familie
Ceratiomyxaceae
Merkmale
Der Geweihförmige Schleimpilz bildet auffällige, aufrechte, verzweigte Fruchtkörper, die an kleine Geweihe oder Korallen erinnern – daher auch sein treffender deutscher Name. Die Fruchtkörper sind meist weißlich bis leicht cremefarbig und glasig-durchscheinend. Sie erreichen typischerweise eine Höhe von wenigen Millimetern bis etwa einem Zentimeter. Die einzelnen Äste sind schlank und spitz zulaufend. Im Gegensatz zu echten Pilzen trägt Ceratiomyxa fruticulosa seine Sporen nicht im Inneren, sondern außen auf der Oberfläche der Fruchtkörper – ein charakteristisches Merkmal dieser Gattung.
Standort und Verbreitung
Der Geweihförmige Schleimpilz wächst von Mai bis September auf totem Holz von Laub- und Nadelbäumen, bevorzugt auf Stubben und liegenden, bereits stärker vermorschten Stämmen. Er benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit und ist daher vor allem in feuchten Wäldern, schattigen Schluchten und an quelligen Standorten anzutreffen. Die Art wächst häufig in Gesellschaft anderer Schleimpilze. Ceratiomyxa fruticulosa ist in geeigneten Lebensräumen weit verbreitet und gilt als eine der häufigsten Schleimpilzarten überhaupt – sie kommt nahezu weltweit vor, von Europa über Nordamerika bis nach Asien und Australien.
Besonderheiten
Schleimpilze wie Ceratiomyxa fruticulosa werden weder den echten Pilzen noch den Pflanzen zugerechnet, sondern bilden eine eigene biologische Gruppe innerhalb der Amöbozoa. Sie sind für den Menschen ungiftig und ohne kulinarische Bedeutung. Als Verwechslungsart kommt vor allem die Weiße Lohblüte in Betracht, die jedoch polsterartige, nicht verzweigte Fruchtkörper bildet. Der Geweihförmige Schleimpilz gilt als nicht gefährdet und steht auf keiner Roten Liste.