Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)

Orchis purpurea findet man in lichten Wäldern oder auf Halbtrockenrasen

Name

Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)

Familie

Orchidaceae

Merkmale

Das Purpur-Knabenkraut zählt mit einer Wuchshöhe von bis zu 80 cm zu den größten heimischen Orchideen Mitteleuropas. Der kräftige Stängel trägt einen dichten, walzenförmigen Blütenstand mit zahlreichen Einzelblüten. Die Blüten sind charakteristisch zweifarbig: Die Hüllblätter (Sepalen und Petalen) sind dunkel purpurrot bis rotbraun und bilden einen helmartig zusammengeschlossenen Helm, während die Lippe weiß bis hellrosa gefärbt und mit purpurroten Punkten und Flecken gemustert ist. Die Lippe ist dreilappig, wobei die beiden Seitenlappen schmal und der Mittellappen breit und oft gekerbt ist. Die grundständigen Laubblätter sind breit-lanzettlich, glänzend grün und ungefleckt.

Standort und Verbreitung

Das Purpur-Knabenkraut wächst bevorzugt in lichten, wärmegetönten Laubwäldern sowie auf Halbtrockenrasen und Kalkmagerrasen. Es bevorzugt basenreiche, meist kalkhaltige Böden in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Die Art ist in Mittel- und Südeuropa verbreitet, mit Schwerpunkt in wärmebegünstigten Regionen. In Deutschland kommt sie vor allem im Hügel- und Bergland vor, etwa in der Eifel, im Schwarzwald und in Süddeutschland. Im norddeutschen Flachland ist sie sehr selten. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni, wobei der genaue Zeitpunkt je nach Höhenlage und Witterung variiert.

Besonderheiten

Das Purpur-Knabenkraut gilt in Deutschland als gefährdete Art. Im niedersächsischen Flachland ist es vom Aussterben bedroht, im Hügel- und Bergland wird es auf der Roten Liste mit RL 3 (gefährdet) eingestuft. Hauptursachen für den Rückgang sind der Verlust geeigneter Lebensräume durch Aufgabe der Beweidung, Sukzession auf Magerrasen sowie Stickstoffeintrag. Wie alle heimischen Orchideen unterliegt die Art dem besonderen gesetzlichen Schutz nach Bundesnaturschutzgesetz und ist in der Bundesartenschutzverordnung entsprechend als besonders geschützte Art erfasst. Verwechslungen sind möglich mit dem Helm-Knabenkraut, das ebenfalls einen helmartig geformten Blütenstand besitzt, sich jedoch durch geringere Größe und abweichende Lippenzeichnung unterscheidet. Das Purpur-Knabenkraut ist auf spezialisierte Mykorrhizapilze angewiesen und lässt sich daher nicht ohne Weiteres verpflanzen oder kultivieren.