Gekräuseltes Spiralzahnmoos (Tortella cf. tortuosa)

Das Gekräuselte Spiralzahnmoos findet man auf feuchtem, kalkhaltigem Gestein

Name

Gekräuseltes Spiralzahnmoos (Tortella tortuosa)

Familie

Pottiaceae

Merkmale

Das Gekräuselte Spiralzahnmoos bildet dichte, polsterartige Rasen, die meist leuchtend grün bis gelblich-grün gefärbt sind. Charakteristisch sind die langen, schmal-lanzettlichen Blätter, die im trockenen Zustand stark gedreht und gekräuselt erscheinen – daher der deutsche Name. Im feuchten Zustand strecken sich die Blätter und zeigen eine deutliche Rippe, die bis zur Blattspitze reicht. Die Pflanzen werden in der Regel zwei bis fünf Zentimeter hoch.

Standort und Verbreitung

Die Art wächst bevorzugt auf feuchtem, kalkhaltigem Gestein und besiedelt damit Felsen, Felsspalten und steinige Böschungen. Seltener findet man sie auf Erde, an Mauern oder in Steinbrüchen. Das Gekräuselte Spiralzahnmoos ist vor allem in den Mittelgebirgen verbreitet, wo geeignete Kalkgesteine häufig vorkommen. Im norddeutschen Flachland, etwa im niedersächsischen Tiefland, sind Vorkommen selten. Europaweit ist die Art weit verbreitet und kommt auch in Gebirgslagen der Alpen vor. Als Moos ist es ganzjährig zu beobachten, Sporophyten erscheinen häufig im Frühjahr bis Frühsommer.

Besonderheiten

Das auffällige Einrollen der Blätter bei Trockenheit ist eine effektive Anpassung an wechselfeuchte Standorte und schützt die empfindlichen Zellen vor Austrocknung. Verwechslungen sind möglich mit anderen Arten der Gattung Tortella sowie mit ähnlichen polsterbildenden Kalkfelsmoosen. Die Art gilt in Deutschland insgesamt als nicht gefährdet, kann jedoch in Tieflagen selten und schützenswert sein. Eine wirtschaftliche Nutzung ist nicht bekannt.