Becherfrüchtiges Goldhaarmoos (Orthotrichum cupulatum)
Name
Becherfrüchtiges Goldhaarmoos (Orthotrichum cupulatum)
Familie
Orthotrichaceae
Merkmale
Das Becherfrüchtige Goldhaarmoos bildet dichte, polsterförmige Rasen, die meist grün bis gelblich-grün gefärbt sind. Charakteristisch sind die aufrechten, becher- bis urnenförmigen Sporenkapseln, die dem Moos seinen deutschen Namen verleihen. Die Kapseln sitzen im Vergleich zu ähnlichen Arten der Gattung eher kurz gestielt und sind eingetaucht bis leicht herausragend. Die Blätter sind lanzettlich, an der Spitze oft zurückgebogen und zeigen eine kräftige Mittelrippe.
Standort und Verbreitung
Die Art wächst bevorzugt auf Gestein und Felsen, seltener auch auf Mauern. Sie besiedelt vor allem kalkhaltige oder basenreiche Gesteine und ist in Europa weit verbreitet, kommt aber auch in anderen gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel vor. In Deutschland ist sie in felsreichen Landschaften regelmäßig anzutreffen. Das Moos ist ganzjährig zu beobachten; die Sporenreife findet meist im Frühjahr bis Frühsommer statt, Funde sind jedoch in allen Jahreszeiten möglich, wie ein Exemplar vom August 2010 vom Amelungsberg belegt.
Besonderheiten
Eine häufige Verwechslungsart innerhalb der Gattung ist das Anomale Goldhaarmoos, das sich durch länger gestielte Kapseln vom Becherfrüchtigen Goldhaarmoos unterscheidet. Darüber hinaus existieren weitere ähnliche Arten innerhalb der artenreichen Gattung, was eine sichere Bestimmung im Gelände erschwert und oft eine mikroskopische Untersuchung erfordert. Das Becherfrüchtige Goldhaarmoos gilt in Deutschland als nicht gefährdet und ist ein typischer Vertreter der epilitischen, also gesteinsbesiedelnden Moosflora. Es spielt eine Rolle bei der Erstbesiedlung von Felsstandorten und trägt zur Bodenbildung bei.