Rotbrauner Zitterling (Tremella foliacea)
Name
Rotbrauner Zitterling (Tremella foliacea)
Familie
Tremellaceae
Merkmale
Der Rotbraune Zitterling bildet gallertige, lappig-blättrige Fruchtkörper, die an Meeresalgen oder zerknitterte Blätter erinnern. Die Färbung reicht von hell rotbraun bis dunkel kastanienbraun. Der Pilz benötigt hohe Luftfeuchtigkeit und ist daher überwiegend im Herbst aktiv, wenn feuchte Witterung die Wälder prägt. Im Sommer schrumpfen die gallertartigen, lappigen Fruchtkörper zusammen und trocknen vollständig ein – sie sind dann kaum zu erkennen. Sobald ausreichend Feuchtigkeit einsetzt, quellen sie wieder auf und erwachen zu neuem Leben. Diese bemerkenswerte Austrocknungstoleranz macht Tremella foliacea zu einem besonders anpassungsfähigen Vertreter unter den Gallertpilzen. Die Fruchtkörper können mehrere Zentimeter Durchmesser erreichen.
Standort und Verbreitung
Der Rotbraune Zitterling wächst in Laub- und Mischwäldern auf totem Holz von Laubbäumen, bevorzugt auf Buche, Eiche und Hasel. Seltener besiedelt er Nadelholz. Die Art ist in Europa weit verbreitet und gilt als nicht selten. Da sie ganzjährig fruktifizieren kann, ist keine strenge Saison gebunden – Haupterscheinungszeit ist jedoch Herbst bis Frühjahr, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Der Fund im Forst Esloh im Oktober 2010 entspricht dem typischen Herbstvorkommen.
Besonderheiten
Der Rotbraune Zitterling wird heute als Phaeotremella foliacea geführt und ist ein Mykoparasit. Er lebt auf dem Myzel eines anderen Pilzes, insbesondere des Blutenden Schichtpilzes (Stereum sanguinolentum), und wächst dadurch typischerweise an toten oder kürzlich abgestorbenen Ästen von Nadelbäumen. Die Art gilt als ungiftig und ist zwar essbar, besitzt aber wegen ihrer wässrig-gallertigen Konsistenz und ihres geringen Geschmacks kaum kulinarische Bedeutung. Verwechslungen sind mit anderen braunen, gallertigen Pilzen möglich. Die Bestimmung kann insbesondere bei ähnlichen Arten der Phaeotremella-foliacea-Gruppe schwierig sein.