Kalknabelflechte (Dermatocarpon miniatum)

Die Kalknabelflechte wächst bevorzugt auf Kalkgestein

Name

Kalknabelflechte (Dermatocarpon miniatum)

Familie

Verrucariaceae

Merkmale

Die Kalknabelflechte bildet ledrige, lappenförmige Thalli, die an ihrer Unterseite eine charakteristische nabelartige Anheftungsstelle aufweisen – daher der Name. Die Oberseite ist grau bis graubraun gefärbt, bei Feuchtigkeit oft olivgrünlich. Die Ränder der Lappen sind leicht gewellt und können sich vom Substrat abheben. Die Fruchtkörper (Perithecien) sind eingesenkt und als dunkle Punkte auf der Thallusoberfläche erkennbar. Der Thallus erreicht typischerweise einen Durchmesser von zwei bis acht Zentimetern.

Standort und Verbreitung

Die Kalknabelflechte wächst bevorzugt auf Kalkgestein, seltener auf basenreichen Silikatgesteinen. Sie besiedelt exponierte Felsen, Felswände und Gesteinsblöcke, häufig in luftfeuchten Lagen. Die Art ist in Mitteleuropa verbreitet, tritt aber regional sehr unterschiedlich häufig auf. In Niedersachsen gilt sie als sehr selten. Die vorliegenden Exemplare wurden im Oktober 2010 auf dem Möncheberg nachgewiesen. Als Flechte ist sie ganzjährig sichtbar, besonders auffällig nach Regenfällen, wenn der Thallus aufquillt und sich grünlich verfärbt.

Besonderheiten

Die Kalknabelflechte steht in Niedersachsen auf der Roten Liste mit der höchsten Gefährdungskategorie RL 1 (vom Aussterben bedroht). Hauptursachen für den Rückgang sind der Verlust geeigneter Kalkfelsstandorte sowie Luftverschmutzung und Eutrophierung. Verwechslungen sind mit anderen nabelig angehefteten Krustenflechten ähnlicher Färbung möglich, die jedoch meist engere Substratbindungen aufweisen. Als Flechte lebt Dermatocarpon miniatum in einer Symbiose aus Pilz und Alge und ist besonders empfindlich gegenüber Veränderungen des Kleinklimas an ihren Wuchsorten.