Krustenflechte Candelariella coralliza
Name
Candelariella coralliza
Familie
Candelariaceae
Merkmale
Candelariella coralliza bildet ein charakteristisches korallenartiges, polsterförmiges Lager, das schollig aufgebrochen ist und von deutlichen Rissen durchzogen wird. Die Oberfläche wirkt dadurch zerklüftet und unregelmäßig strukturiert. Wie viele Vertreter der Gattung Candelariella zeigt die Art eine gelbliche bis dottergelbe Färbung, die auf den enthaltenen Carotin-Farbstoffen beruht. Apothecien – die scheibenförmigen Fruchtkörper, über die Flechten Sporen bilden – werden bei dieser Art nur selten ausgebildet, was die Bestimmung im Feld erschwert.
Standort und Verbreitung
Die Art wächst bevorzugt auf gedüngtem Silikatgestein und ist besonders häufig an Vogelsitzplätzen zu finden, wo Vogelkot für eine erhöhte Stickstoff- und Nährstoffversorgung sorgt. Sie gilt als nitrophytisch, also auf nährstoffreiche Standorte spezialisiert. In Niedersachsen ist Candelariella coralliza recht selten; Fundnachweise liegen etwa aus der Region Osnabrück vor (August 2010). Die Verbreitung erstreckt sich über weite Teile Europas, wobei die Art insgesamt zerstreut auftritt. Als Krustenflechte ist sie ganzjährig sichtbar, da Flechten keine ausgeprägte Saison kennen.
Besonderheiten
Candelariella coralliza ist ein gutes Beispiel für eine nitrophytische Flechtenart, die von menschlichen oder tierischen Einflüssen auf ihren Lebensraum profitiert. Die Bindung an Vogelsitzplätze macht sie zu einem indirekten Zeiger für regelmäßig frequentierte Ruheplätze von Vögeln in der Landschaft. Verwechslungen sind mit anderen gelblichen Krustenflechten ähnlicher Gattungen möglich; die schollig-rissige Lagerstruktur und der bevorzugte Standort auf gedüngtem Silikatgestein helfen bei der Eingrenzung. Aufgrund ihrer Seltenheit in Teilen Deutschlands sollte die Art bei Kartierungsvorhaben besondere Beachtung finden.