Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans)
Name
Schmutzbecherling (Bulgaria inquinans)
Familie
Bulgariaceae
Merkmale
Der Gemeine Schmutzbecherling bildet auffällige, gallertartige Fruchtkörper, die jung kugelig bis kreiselförmig sind und sich im Alter zu flachen, scheibenförmigen Bechern öffnen. Die Oberseite der reifen Fruchtkörper ist tiefschwarz und glänzend, die Außenseite dagegen braun bis schwarzbraun und fein körnig-schuppig. Die Fruchtkörper erreichen einen Durchmesser von zwei bis vier Zentimetern. Charakteristisch ist ihre gummiartige, elastische Konsistenz bei Feuchtigkeit. Bei Trockenheit schrumpfen und verhärten sie deutlich, quellen bei erneuter Feuchtigkeit jedoch wieder auf. Der schwarze Sporenstaub kann Finger und Kleidung stark färben, worauf der Name inquinans – lateinisch für beschmutzend – hinweist.
Standort und Verbreitung
Bulgaria inquinans wächst gesellig bis dicht gedrängt an Totholz von Laubbäumen, bevorzugt an Eiche, Hainbuche und Ulme. Die Art besiedelt vorrangig liegende oder frisch geschlagene Stämme und Äste. Sie ist in Europa weit verbreitet und in Mitteleuropa häufig anzutreffen, kommt aber auch in Nordamerika und Teilen Asiens vor. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von September bis März, mit einem Schwerpunkt im Herbst und Frühwinter.
Besonderheiten
Bulgaria inquinans gilt als nicht essbar, da Geschmack und Konsistenz wenig ansprechend sind; giftig ist er nach aktuellem Kenntnisstand jedoch nicht. Der schwarze Sporenabdruck kann zur Verwechslung mit ähnlichen schwarzen Becherlingen führen, weshalb Vorsicht geboten ist. Als Saprobiont leistet der Pilz einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Totholz und damit zum Nährstoffkreislauf im Wald. Bemerkenswert ist seine Fähigkeit, Trockenperioden durch Einschrumpfen zu überstehen und sich bei Wiederbefeuchtung vollständig zu erholen – eine Anpassung, die ihn von vielen anderen Pilzarten unterscheidet.