Gemeine Rosengallwespe (Diplolepis rosae)
Name
Gemeine Rosengallwespe (Diplolepis rosae)
Wirtspflanze
Wildrose (Rosa spec.)
Merkmale
Die Galle der Gemeinen Rosengallwespe, bekannt als Bedeguar oder Schlafapfel, ist eine der auffälligsten Pflanzengallen Mitteleuropas. Sie entsteht an den Triebspitzen von Wildrosen und erreicht einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern. Charakteristisch ist ihr moosartiger, dicht verfilzter Haarbesatz aus langen, oft rötlich bis grünlich gefärbten Fäden, der der Galle ein zotteliges, weiches Erscheinungsbild verleiht. Im Inneren befindet sich ein verholztes Geflecht aus mehreren Kammern, in denen je eine Larve heranwächst. Im Herbst verfärbt sich die Galle bräunlich und verholzt zunehmend, bleibt aber oft noch über den Winter am Strauch sichtbar.
Entstehung und Entwicklung
Der Verursacher ist die Gemeine Rosengallwespe (Diplolepis rosae), eine Hautflügler-Art aus der Familie der Gallwespen. Die Weibchen legen im Frühjahr ihre Eier in die noch frischen Knospenanlagen von Wildrosen. Dabei werden chemische Signalstoffe freigesetzt, die das Pflanzengewebe zu einem unkontrollierten, vielkammerigen Wachstum anregen und die typische Bedeguargalle entstehen lassen. In jeder Kammer entwickelt sich eine Larve, die sich von dem umgebenden Gallengewebe ernährt. Die Larven überwintern in der verholzten Galle und verpuppen sich dort. Im Mai oder Juni des Folgejahres schlüpfen die fertigen Imagines durch kleine, runde Bohrlöcher aus der Galle. Die Art vermehrt sich überwiegend parthenogenetisch, Männchen sind äußerst selten. Häufig sind auch Inquilinen und Parasitoide in den Gallen zu finden.