Eichenrosengallwespe (Andricus fecundator)

Eichenrosengallwespe Andricus fecundator

Name

Eichenrosengallwespe (Andricus fecundator)

Wirtspflanze

Stieleiche (Quercus robur)

Merkmale

Die Galle der Eichenrosengallwespe ist eine der auffälligsten heimischen Gallbildungen und sitzt an Eichenzweigen, meist nahe der Knospen. Sie erreicht eine Größe von zwei bis vier Zentimetern und besteht aus dicht übereinanderliegenden, holzigen Schuppen, die ihr ein charakteristisches ananasartiges oder rosettenartiges Aussehen verleihen. Frische Gallen sind grünlich bis bräunlich gefärbt, ältere verholzen zunehmend und nehmen eine graubraune Farbe an. Im Inneren befindet sich eine kleine, hartschalige Kerngalle, in der die Larve heranreift. Die äußere Schuppenstruktur dient als wirksamer Schutz gegen Fressfeinde und Witterungseinflüsse.

Entstehung und Entwicklung

Der Verursacher ist die Gallwespe Andricus fecundator, die einen zweiteiligen Generationswechsel durchläuft. Die auffälligen Rosettengallen entstehen im Sommer durch die parthenogenetische, also ungeschlechtliche Generation: Weibchen legen ihre Eier in Eichenknospen ab, woraufhin die Pflanze die charakteristische Schuppenstruktur ausbildet. Im Herbst fällt die innere Kerngalle zu Boden, wo die Larve eine oft mehrjährige Diapause einlegen kann, bevor sie schlüpft. Die daraus schlüpfenden Tiere bilden die bisexuelle Generation, die im Mai winzige, behaarte Gallen an männlichen Eichenkätzchen erzeugt. Aus diesen schlüpfen Männchen und Weibchen, die sich paaren und damit den Kreislauf erneut beginnen. Dieser Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Generation ist typisch für viele Gallwespen.