Insekten (Insecta) – Wissenswertes und Artensteckbriefe
Ob im Boden, in der Luft oder im Wasser – Insekten sind überall und prägen fast jedes Ökosystem der Erde. Mit über einer Million beschriebener Arten stellen sie die artenreichste Klasse innerhalb der Gliederfüßer (Arthropoda) dar. Kennzeichnend sind sechs Beine sowie meist ein oder zwei Flügelpaare, mit denen sie als einzige Wirbellose aktiv fliegen können. Insekten haben nahezu jeden Lebensraum der Erde erobert – von tropischen Regenwäldern über Wüsten bis in unsere Gärten. Als Bestäuber, Zersetzer und Nahrungsquelle sind sie unverzichtbar für funktionierende Ökosysteme und damit auch für den Menschen. Diese Seite stellt 1.978 ausgewählte Arten im Detail vor.
Habitus und Körperbau
Der Körper eines Insekts gliedert sich grundsätzlich in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Am Kopf sitzen die Fühler, die Augen und die Mundwerkzeuge, die je nach Ernährungsweise unterschiedlich ausgebildet sind. Der Thorax trägt drei Beinpaare und bei vielen Arten ein oder zwei Flügelpaare. Die Körperoberfläche wird von einer festen Chitinhülle geschützt, die zugleich als Außenskelett dient. Insekten besitzen ein offenes Blutgefäßsystem und atmen über ein System fein verzweigter Tracheen.
Lebensweise und Entwicklung
Insekten zeigen eine außerordentliche Vielfalt an Lebensweisen. Sie ernähren sich unter anderem von Pflanzen, anderen Tieren, Pilzen, Nektar oder abgestorbenem organischem Material. Viele Arten leben einzeln, andere bilden hoch organisierte Staaten, etwa Ameisen, Bienen oder Termiten. Die Entwicklung erfolgt meist über mehrere Häutungen. Bei einer unvollständigen Verwandlung ähneln die Jungtiere den erwachsenen Tieren bereits weitgehend. Bei der vollständigen Verwandlung durchlaufen sie dagegen die Stadien Ei, Larve, Puppe und erwachsenes Insekt. Diese unterschiedlichen Entwicklungsstrategien ermöglichen die Nutzung verschiedener Lebensräume und Nahrungsquellen.
Stammesgeschichte und Systematik
Insekten zählen zu den ältesten flugfähigen Tieren der Erde: Erste Fossilfunde reichen über 400 Millionen Jahre zurück, lange bevor es Dinosaurier oder Blütenpflanzen gab. Heute umfasst die Klasse Insecta rund 30 Ordnungen – von Käfern und Schmetterlingen über Hautflügler bis zu Libellen.
Bedeutung für Mensch und Natur
Kaum eine Tiergruppe ist für das ökologische Gleichgewicht so bedeutsam wie die Insekten. Ohne ihre Bestäubungsleistung wäre ein Großteil unserer Nutz- und Wildpflanzen nicht überlebensfähig. Gleichzeitig bilden sie die Nahrungsgrundlage für unzählige Vögel, Fische und Säugetiere. Als Schädlingsbekämpfer, Zersetzer und Indikatoren für intakte Lebensräume erfüllen sie zentrale Aufgaben in nahezu jedem Ökosystem. Umso besorgniserregender ist der weltweite Rückgang der Insektenvielfalt, der durch Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und Klimawandel vorangetrieben wird – und der zunehmend auch die Grundlagen menschlicher Ernährung gefährdet.