Kleinfische als Nahrung des
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Der überwiegende Teil der Höckerschwäne gründelte, suchte nach Nahrung und war aus nächster Nähe direkt bei der befestigten Anlegestelle zu beobachten. In Erwartung einer leichten Beute schwammen je 3 - 4 Lachmöwen, einmalig auch eine Sturmmöwe, im engeren Bereich der „halstauchenden“ Schwäne. Ein „Aufkippen“, um somit an tiefere Nahrungsquellen zu gelangen, war bei keinem Schwan festzustellen. Mit dem Auftauchen des Schwanenkopfes schnappten die nun auffliegenden Möwen, meistens dann allerdings erfolglos, nach der Nahrung des Höckerschwanes.
Neugierig geworden und bei näherer Betrachtung konnte ich als Beute mehrmals kleine, schwanenschnabelgroße Fische ausmachen und identifizieren. Bei nunmehr intensiver Beobachtung zeigte sich bei den Schwänen eine Abwehrstrategie gegenüber dem Nahrungsopportunisten Lachmöwe. Ich bemerkte einige Male folgende Situation: der mit einem Kleinfisch im Schnabel auftauchende Kopf des Schwanes wurde manchmal nur kurz aus und manchmal soweit aus dem Wasser gehoben als dass die Augen, das obere Gesichtsfeld, über und der Schnabel noch unter der Wasserkante gehalten wurde. Bei offensichtlicher Nähe, bzw. der Gefahr des Beuteverlustes durch Möwen, fängt der Höckerschwan an zu Schwimmen und rudert unerwartet schnell einige Meter weiter, um nun in der kurzen ungestörten Zeit den Beutefisch (und/oder auch Anderes?) als Nahrung zu sich zu nehmen.Während der bisherigen Zeit meines Aufenthaltes dürften sich die kleinen Fische im tieferen, noch schwanenerreichbarem Wasser aufgehalten haben, es sind keine stoßtauchenden Möwen zu sehen. Wenige Minuten später ändert sich das Bild: lautes Möwengeschrei und ein „wildes“ Stoßtauchen, besonders bei den Lachmöwen, beginnt und lässt auf ein Höherschwimmen der Kleinfischschwärme schließen. Von mir werden nur wenige Fische als Möwenbeute ausgemacht. Der Fangerfolg ist wohl eher gering, weil die Lachmöwe eine schlechte Stoßtaucherin ist. Fast zeitgleich ist ein in gleicher Art jagender Möwenschwarm nun 50 Meter entfernt zu notieren.
Eine über mehrere Minuten mit einem kleinen Fisch im Schnabel schwimmende Silbermöwe und erfolgreich jagende Haubentaucher und Gänsesäger wurden von den Lachmöwen kaum beachtet und nicht in ihrer Nahrungssuche „belästigt“.
Literaturschau:
Bauer, K.M. und U. N. Glutz v. Blotzheim (1968): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 2: Höckerschwan (Cygnus olor) 27 46.Frankf./M.
Geissen, H.-P. (2003): Benthosfressende Höckerschwäne Cygnus olor. Ornithol. Mitt. 55: 371-378.
Hilprecht, A. (1956): Höckerschwan, Singschwan, Zwergschwan. NBB 177, Ziemsen - Wittenberg.
Nagel, K.-H. (1999): Höckerschwäne (Cygnus olor) als aktive Fischjäger. Vogelkdl. Ber. Niedersachsen 31: 123.
Rutschke, E. (1992): Die Wildschwäne Europas. Biologie, Ökologie, Verhalten. 227 S. Berlin.
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